Wasserstoff-Strategie

Als Wirtschaftsförderung ist es die Aufgabe der IFG, das wirtschafts- und innovationsfreundliche Klima am Standort weiter zu fördern und so zur Zukunftssicherung Ingolstadts beizutragen. Die Stadt Ingolstadt sieht besonderes Potential im Bereich innovativer und nachhaltiger Technologien und treibt entsprechende Initiativen, etwa in den Bereichen Digitalisierung, Nachhaltigkeit, künstliche Intelligenz und Mobilität der Zukunft. Im Rahmen der Energiewende gewinnt Wasserstoff immer mehr an Bedeutung - vor allem als nachhaltige, emissionsfreie Antriebstechnik für Fahrzeuge.

BMVI-Wettbewerb „HyLand – Wasserstoffregionen in Deutschland“

Seit 2007 unterstützt die Bundesregierung diese Technologie im Rahmen des Nationalen Innovationsprogramms Wasserstoff- und Brennstoffzellentechnologie (NIP) und rief 2019 einen Wettbewerb zur Erarbeitung und Umsetzung regionaler Wasserstoffkonzepte im Verkehrsbereich aus. Regionale Erzeugung, Bereitstellung und Verbrauch von – möglichst grünem - Wasserstoff sollten in integrierten Konzepten vor Ort erprobt werden. Mit Hilfe des Programms sollen laut Bundesverkehrsministerium neben dem Klimaschutz der Erhalt und Ausbau der Technologieführerschaft der deutschen Industrie weiter ausgebaut und die damit verbunden zukunftsfähige Arbeitsplätze geschaffen und gesichert werden.

V.l.: Bundestagsabgeordneter Dr. Reinhard Brandl, Prof. Dr. Georg Rosenfeld, Vorstand der IFG und Andreas Scheuer Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur; Quelle: Florian Oßner MdB
V.l.: Bundestagsabgeordneter Dr. Reinhard Brandl, Prof. Dr. Georg Rosenfeld, Vorstand der IFG und Andreas Scheuer Bundesminister für Verkehr und digitale Infrastruktur; Quelle: Florian Oßner MdB

IN2H2 - Ingolstadts Wasserstoffkonzept

Zusammen mit der Stadt Ingolstadt, den Ingolstädter Kommunalbetrieben, der Stadtbus Ingolstadt GmbH, den Stadtwerken Ingolstadt, der Gunvor Raffinerie Ingolstadt GmbH, der Linde AG und der FAUN Umwelttechnik GmbH & Co. KG hatte sich die IFG in der Kategorie HyExperts beworben. Der Ingolstädter Konzeptvorschlag „IN2H2“ zielt darauf, die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Einführung von Wasserstoffmobilität in den kommunalen Fahrzeugflotten in Verbindung mit lokaler Wasserstoffproduktion fundiert zu untersuchen.

Konkret fokussiert das Projekt auf der Verbraucherseite auf die Einführung von Brennstoffzellenbussen im ÖPNV und auf die Einführung von brennstoffzellengetriebenen Nutzfahrzeugen (Müllsammelfahrzeuge und Kehrmaschinen). Alleinstellung des Konzepts ist die lokale Produktion: Hier soll untersucht werden, inwiefern – mindestens in einer Übergangsphase bis zur Verfügbarkeit grünen Wasserstoffs – der von der Ingolstädter Raffinerie Gunvor im Überschuss für seine industriellen Prozesse produzierte Wasserstoff für die lokale Versorgung genutzt werden kann.

Der Konzeptvorschlag überzeugte die Expertenjury, sodass Ingolstadt im Juni 2020 als eine von 13 Regionen in der Kategorie HyExperts die Förderung von 300.000 Euro erhielt, um ein detailliertes Umsetzungskonzept auszuarbeiten.

 

Online-Vortrag "IN2H2 - Status Quo und Zukunftsperspektiven für die Region"

Im Rahmen der Ringvorlesung "Energie – Umwelt – Nachhaltigkeit" der @Technische Hochschule Ingolstadt, bei der Expertinnen und Experten aus der wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Praxis über aktuelle Themen informieren, durften wir zuletzt unser Ingolstädter Wasserstoffprojekt "IN2H2" vorstellen.

Gemeinsam mit den Kollegen der Gunvor-Raffinerie und der Ingolstädter Kommunalbetriebe gaben wir in diesem Vortrag einen Einblick in die Ergebnisse des „IN2H2“-Projekts und stellten das erarbeitete Konzept vor. Außerdem wagten wir einen Ausblick auf die kommenden Entwicklungen in der Region im Bereich Wasserstoff.

Der Vortrag ist ab sofort abrufbar unter:

https://www.youtube.com/watch?v=yWAuqXpmhCk

weitere Infos zum Projekt finden Sie hier.

Projektabschluss

Im Rahmen des IN2H2-Förderprojekts wurde die technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Einführung von Wasserstoffmobilität in kommunalen Fahrzeugflotten in Verbindung mit lokaler Produktion von Wasserstoff untersucht.

Hierfür wurden die für den Aufbau einer Wasserstoff-Infrastruktur relevanten Handlungsfelder und Rahmenbedingungen in der Region analysiert und zentrale Daten aller Projektbeteiligten erhoben, um so die Voraussetzungen für die Umsetzung des Konzepts zu schaffen.

Daraus wurden verschiedene Alternativpfade und Szenarien abgeleitet, die für ein entsprechendes integriertes Umsetzungskonzept in Betracht gezogen werden können.

Es entstand dabei ein klares Bild zu Chancen und Umsetzungsrouten, aber auch zu Hürden und Problemstellungen für ein H2-Ökosystem in Ingolstadt.

Am 29.10. traf sich das Projektkonsortium nun zur Abschlussveranstaltung des IN2H2-Projekts in den gemeinsamen Räumlichkeiten der Stadtwerke Ingolstadt und Kommunalbetriebe. Die Projektbeteiligten ließen dabei das Projekt Revue passieren, erörterten noch einmal die Ergebnisse der gemeinsamen Arbeit und wagten auch einen Ausblick auf die kommenden Aktivitäten und möglichen Projekte im Bereich Wasserstoff. Außerdem lieferte eine Besichtigung des Heiz-Hauses und des Energiespeichers spannende Einblicke in die tägliche Arbeit der Stadtwerke.

Die Ergebnisse des Projekts und die erarbeitete Roadmap für den stufenweisen Einstieg in die lokale Wasserstoffmobilität und -produktion sind im Projekt-Abschlussbericht zusammengefasst, den Sie hier herunterladen können.

Die entstandenen regionalen Strukturen im Bereich der Wasserstofftechnologie sollen nun weiterverfolgt und ausgebaut werden. So wird es beispielsweise auch weiterhin einen regelmäßigen Austausch geben, um die angestoßenen Aktivitäten, geknüpften Beziehungen und entstandenen Projektideen voranzutreiben und den Know-How-Aufbau zu forcieren. Auch soll die Zusammenarbeit mit den umliegenden Landkreisen der Region, die durch IN2H2 initiiert wurde, weiter intensiviert und im Rahmen von gemeinsamen Projekten an der Etablierung der Wasserstofftechnologie gearbeitet werden.

Auswahl des Projektberaters und offizieller Kickoff

Um ein möglichst erfolgsversprechendes und umsetzungsreifes Konzept erstellen zu können, arbeitet das Konsortium mit einem externen Berater zusammen, der die identifizierten Herausforderungen und vorhandenen Fragestellungen bei der Einführung eines regional integrierten Wasserstoffkonzepts in der Stadt Ingolstadt detailliert untersuchen soll. Zunächst sollen sämtliche für die Realisierung relevante Handlungsfelder fundiert analysiert und zeitlich strukturiert werden , um so die Voraussetzungen für die Umsetzung des Konzepts zu schaffen.

Nach einer deutschlandweiten Ausschreibung dieser technologisch-ökonomischen Planungs- und Beratungsdienstleistung, an der sich zahlreiche renommierte und erfahrene Bewerber beteiligt haben, fiel die Wahl des Konsortiums letztendlich auf die Wenger Engineering GmbH aus Ulm.

Wenger Engineering verfügt dabei als eine der erfahrensten Wasserstoff-Firmen über langjährige Erfahrungen aus (inter-)nationalen Projekten im Bereich der Wasserstoffmobilität und der Entwicklung einer effizienten Wasserstoff-Infrastruktur.

Am 9. September lud die IFG zu der Auftaktveranstaltung, bei der die Projektbeteiligten wichtige Schauplätze für das Ingolstädter Wasserstoff-Konzept besichtigten.

Um auf das Projekt einzustimmen, wurde einen Blick hinter die Kulissen zweier wichtiger Hotspots geworfen, die in dem Projekt von besonderer Bedeutung sind und Ingolstadts einzigartige Standortvorteile nutzbar machen.Von hoher Bedeutung im Projekt ist die Gunvor-Raffinerie, die als potentieller Hersteller und Lieferant des Wasserstoffs einen entscheidenden Knotenpunkt darstellt. Auch der Betriebshof der Stadtbus Ingolstadt GmbH, an dem die Busse täglich nach dem Betrieb gereinigt und betankt werden, stellt einen zentralen Aspekt im Ingolstädter Wasserstoffkonzept als Abnehmer des Rohstoffs dar. Die Nutzung von Wasserstoff für den regionalen Bedarf ist neben Bussen ebenfalls für Müll- und Kehrfahrzeuge und weitere Abnehmer vorgesehen.

Ingolstädter "Tag des Wasserstoffs" auf der LGS

Am 22. August 2021 stellten die Projektpartner beim „Tag des Wasserstoffs“ auf der Landes-gartenschau in Ingolstadt das erarbeitete regionale Wasserstoffkonzept vor. Dabei wurden an mehreren Orten auf dem LGS-Gelände sowohl spannende Anschauungsobjekte und Prototypen als auch Informationen rund um die Wasserstoff-Mobilität und im Speziellen das IN2H2-Projekt dargestellt.

Die IN2H2-Projektpartner und weitere Initiativen der Region präsentierten sich und laufende Aktivitäten im Bereich Wasserstoff. Neben verschiedenen Anschauungsobjekten und Infomaterial war etwa auch eine Brennstoffzellen-Kehrmaschine der FAUN Umwelttechnik GmbH vor Ort zu sehen. Mit einem Informationsstand war auch die „Roadshow Elektromobilität“ des Bundesverkehrsministeriums beim Tag des Wasserstoffs vor Ort. Außerdem wurden in Zusammenarbeit mit der Technischen Hochschule Ingolstadt interessante Versuchsaufbauten gezeigt, die den Besuchern die Technologien “Brennstoffzelle” und “Elektrolyse” anschaulich und verständlich näherbrachten.

Am Nachmittag fand eine Podiumsdiskussion statt, bei der sich Experten aus Politik, Kommune, Wirtschaft und Wissenschaft über das Ingolstädter Wasserstoffkonzept austauschten, die Vor- und Nachteile verschiedener alternativer Antriebsarten erörtern und sich mit der Zukunft des Verkehrs auseinandersetzten.

Ansprechpartner

Maximilian Mayer

Wirtschaftsförderung
0841 / 305 3022
E-Mail schreiben