5GoIng - das Innovationskonzept für Ingolstadt

(Stand: 31.08.2020)

Mit seinem im Rahmen des 5x5G-Innovationswettbewerbs des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur (BMVI) eingereichten "5GoIng-Innovationskonzept" zählte Ingolstadt im Dezember 2019 zu den Gewinnerregionen. Mit der damit verbundenen Förderung in Höhe von 100.000 € wurde in den letzten Monaten an der Ausarbeitung der vorhandenen Ideen in ein umsetzungsfähiges Gesamtkonzept gearbeitet und die Projektidee konkretisiert.
Zum 31. August reichte das Konsortium nun das Umsetzungskonzept beim BMVI ein.

Allgemeine Infos

In 5GoIng bündelt die Region Ingolstadt ihre zahlreichen Kompetenzen im Bereich der innovativen Mobilität und schafft eine offene Entwicklungs- und Demonstrationsplattform für 5G-Anwendungen mit dem Fokus „Vernetzte Mobilität“. Das entwickelte Konzept soll mit seinem Modellcharakter als Blaupause für andere Regionen dienen.

Im Dreiklang von Verwaltung, Wissenschaft und Wirtschaft setzen die Stadt Ingolstadt und der städtische Wirtschafts- und Innovationsförderer IFG zusammen mit der Technischen Hochschule Ingolstadt, dem Fraunhofer Anwendungszentrum VMI sowie der Car.Software-Organisation, der Savari GmbH und der ZERO GmbH ein Konzept zur Schaffung eines Open Innovation Labs um.

Die Ausgangsbasis für das Projekt stellt das städtische Testfeld für vernetztes und automatisiertes Fahren IN2Lab, welches das „Digitale Testfeld Autobahn“ an der A9 mit dem High-Tech-Hub IN-Campus verbindet, dar. 5GoIng erweitert das Testfeld und bringt neue technologische Möglichkeiten und Szenarien ein. Dadurch soll ein ganzheitliches Open Innovation Lab entstehen. Durch diese innovative Forschungsumgebung und die Kompetenzen der beteiligten Projektpartner, wird der anwendungsorientieren Entwicklung von neuen 5G-Technologien und Produkten Raum gegeben. Gleichzeitig dient das Open Innovation Lab durch die Nutzung öffentlicher Straßenabschnitte als Schaufenster für „Vernetzte Mobilität“ und eröffnet die Gelegenheit, den Nutzen der 5G-Technologien direkt zu erleben.

5GoIng adressiert dabei die drei technischen Schwerpunkte Smart City, Verkehrssicherheit und Nachhaltigkeit und beleuchtet darüber hinaus auch die gesellschafts­relevanten Kernpunkte Akzeptanz, inter­kommunale Zusammenarbeit und Förderung der Startup-Infrastruktur.

Verkehrssicherheit

Verkehrssicherheit

Zur Steigerung der Verkehrssicherheit wird ein Konzept mit der Kommunikation über das 5G-Mobilfunknetz und der 5G-Direkt-Kommunikation zur Datenübertragung von stationärer wie mobiler Sensorik und deren Anbindung an eine Cloud-Lösung etabliert. Mit diesem hybriden Systemkonzept können Lösungen für alle Gruppen von Verkehrsteilnehmern realisiert werden – vom (teil-)automatisierten Fahrzeug bis hin zum Fußgänger.

Nachhaltigkeit

Nachhaltigkeit

Mit Hilfe von Fahrzeug-zu-Fahrzeug und Fahrzeug-zu-Infrastruktur-Kommunikation wird zudem eine smarte, nachhaltige Verkehrssteuerung angestrebt. Die Nutzung (teil-)autonomer Fahr-funktionen ermöglicht eine intelligente Direkt-Kommunikation der Verkehrsteilnehmer untereinander. Im Sinne der Nachhaltigkeit kann damit der Verkehrsfluss durch eine gegen­seitige Beeinflussung von verschiedenen Akteuren, zum Beispiel Fahrzeugen und Fußgängern, unter Wahrung der Verkehrssicherheit optimiert werden. Dies trägt zur Reduzierung der verkehrsbedingten Emissionen bei.

Smart City

Smart City

Im Bereich der Smart City-Anwendungen werden digitale Auto-Seitenscheiben gezielt als Informations- und Entertainment-Medium erprobt. Von der Individualisierung der hinteren, äußeren Seitenscheiben, über die Darstellung ortsabhängiger Informationen, ist durch eine Kopplung mit der Umgebungssensorik auch die just-in-time-Anzeige von sicherheits­relevanten Informationen und Warnhinweisen mit niedrigen Latenzen möglich.

Die Weiterentwicklung von Connectivity-Modulen ermöglicht zudem die nach­trägliche Aufrüstung von nicht-vernetzten (Lichtsignal‑) Anlagen und Fahrzeugen, sodass vielfältige Smart City-Anwendungen sowie (teil-)autonome Fahrfunktionen herstellerunabhängig möglich werden.

Startup-Förderung

Startup-Förderung

Zur nachhaltigen Förderung von 5G-Innovationen ist das 5G-Testfeld für weitere Unternehmen, insbesondere Startups, frei zugänglich, die dort ihre Produkte weiterentwickeln und testen können und zusätzlich von der breiten und gut vernetzten institutionellen Infrastruktur in der Region profitieren.

Im Rahmen der Konzeptphase wurde eine 5G-StartUp-Challenge durchgeführt, die ein hohes Interesse an einem frei zugänglichen Testfeld aufzeigte. Weitere Infos zum Wettbewerb und den Gewinnern finden Sie hier.

Bürgerakzeptanz

Bürgerakzeptanz

Das geplante Open Innovation Lab bietet zudem vielfältige Möglichkeiten, durch Vorführungen sowie öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen in den Bürgerdialog zu treten. Auf diese Weise werden die gefühlten Risiken von 5G durch eine transparente Information von wissenschaftlich fundierten Fakten verringert und somit die Bürgerakzeptanz erhöht.

Untenstehend finden Sie dazu auch einige interessante Informationen und Webseiten des Bundesamts für Strahlenschutz:

Was ist Mobilfunk?

Was ist 5G?

Nachgewiesene Wirkungen

Diskutierte, aber nicht nachgewiesene Wirkungen (inkl. Elektrosensibilität)

Hinweise aus epidemiologischen Studien: Die Interphone-Studie

IARC-Bewertung Hochfrequente elektromagnetische Felder

Bewertung der NTP-Studie

Thermoregulatorischer Stress als mögliche Tumor-Ursache

Grenzwerte beim Mobilfunk

Interkommunale Zusammenarbeit

Interkommunale Zusammenarbeit

Perspektivisch ist auch eine Ausweitung der Aktivitäten auf die Region und ein intensiver interkommunaler Austausch vorgesehen, um etwa durch die Vereinheitlichung der Schnittstellen an den Verwaltungsgrenzen oder das gemeinsame Management von Straßenabschnitten zusätzliche Mehrwerte für die Gesellschaft zu generieren, indem beispielsweise eine überregionale Verkehrsflussoptimierung ermöglicht wird.