Abschlussbericht
Gewerbeflächenentwicklungskonzept
Fläche ist ein knappes Gut und der sparsame Umgang ist ein Gebot der Nachhaltigkeit. Infolge der dynamischen demografischen und wirtschaftlichen Entwicklung in den letzten Jahren zeigt die Stadt Ingolstadt eine zunehmende Flächenknappheit für gewerbliche Nutzungen auf. Für eine zukunftsfähige Weiterentwicklung des Wirtschaftsstandorts Ingolstadt ist deshalb eine gleichermaßen bedarfsorientierte und nachhaltige Gewerbeflächenpolitik von besonderer Bedeutung.
Allgemein gilt für Gewerbeflächen – wie für andere Investitionsgüter auch – dass sie in der richtigen Menge, zum richtigen Zeitpunkt, am richtigen Ort und in der richtigen Qualität zur Verfügung stehen müssen. Das vorliegende Konzept weist für die gewerbliche Bauflächenkulisse in Ingolstadt aktuell 2,9 ha kurzfristig bebaubare Gewerbeflächen in städtischem Eigentum aus. Dem gegenüber steht ein prognostizierter jährlicher Bedarf von mindestens 5 ha, um allein den endogenen Bedarf der Bestandsunternehmen von Ingolstadt zu befriedigen. Will die Stadt darüber hinaus Neuansiedlungen ermöglichen oder perspektivisch Zukunftsbranchen neben der Automobilindustrie am Standort etablieren, müssen im Prognosezeitraum bis 2040 jährlich 8 ha (exogenes Wachstum) bzw. jährlich 8 ha und zusätzlich einmal 25 ha (Wachstum + Diversifikation) zur Verfügung gestellt werden. Mit diesen Zahlen werden Ergebnisse aus der im Jahr 2021 durchgeführten Wirtschaftsstrukturanalyse zum Gewerbeflächenbedarf validiert und detailliert.
Mit dem vorliegenden Gewerbeflächenentwicklungskonzept hat das Projektbüro empirica ag in enger Zusammenarbeit mit dem Wirtschaftsreferat als Auftraggeber, der IFG Ingolstadt und dem Stadtplanungsamt eine faktenbasierte Grundlage für die strategische Weiterentwicklung der Gewerbeflächenkulisse Ingolstadts geschaffen. Die Bestandsaufnahme der bauplanungsrechtlich gesicherten Gewerbeflächen, die Bewertung und Identifikation notwendiger Qualifizierungsmaßnahmen geeigneter Potentialflächen und Brachen, sowie die Prognose zukünftiger Bedarfsentwicklungen bilden eine Grundlagenplanung für die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes von Ingolstadt. Daraus abgeleitete Handlungsempfehlungen wie z.B. die Umsetzung eines städtischen Gewerbehofs als nachhaltiges, kommunales Gewerbeflächenangebot für kleine Unternehmen und die Aktivierung privater Gewerbebrachflächen sollen sukzessive geprüft und in den städtischen Diskurs zur Entscheidungsfindung eingebracht werden.
Allen Mitwirkenden, vor allem auch den externen Interviewpartnern, die an der Erarbeitung des vorliegenden Konzeptes beteiligt waren, sei an dieser Stelle herzlich gedankt.
Prof. Dr. Georg Rosenfeld (Wirtschaftsreferent) Urlike Wittmann-Brand (Stadtbaurätin)
Ansprechpartner
Christine Daffner
Gewerbeflächenmanagement und Investorenbetreuung
0841 / 305 3025
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